Forschungsprojekte
Einfluss von Cortisol auf Angsterwerb und Angstlöschung
Forschungsleitung
Forschungsteam
Zusammenarbeit mit
Prof. Tanja Michael (Universität des Saarlandes, Deutschland)
Prof. Dominique de Quervain (Kognitive Neurowissenschaften, Universität Basel)
Prof. Andreas Papassotiropoulos (Molekulare Psychologie, Universität Basel)
Zeitraum
Beginn: 01. Jan 2008
Ende: 31. Dec 2011
Projektbeschreibung
Die Studie untersucht den Einfluss von Cortisol auf Angsterwerb (Akquisition) und Angstlöschung (Extinktion).
Emotionale Lernprozesse wie Klassische Konditionierung spielen bei der Entwicklung von Angststörungen eine bedeutende Rolle. Bei der Klassischen Konditionierung wird ein Zusammenhang zwischen einem zuvor neutralen Reiz (Konditionierter Stimulus, CS) und einem aversiven Reiz (unkonditionierter Stimulus, US) erlernt (Akquisition). Im Anschluss an die beschriebene Lernepisode zeigt sich eine konditionierte Angstreaktion (CR) auf den zuvor neutralen CS. Durch die wiederholte Darbietung des CS ohne US-Kopplung kann diese CR wieder abgebaut werden (Extinktion).
Klassische Konditionierungsexperimente lassen sich als experimentelle Analogie zum Erwerb und zur Reduktion von Ängsten verstehen. Von daher eignen sich Konditionierungsexperimente ausgezeichnet, um die Ätiologie und Therapie von Angststörungen unter standardisierten Laborbedingungen zu untersuchen.
Sowohl Angsterwerb als auch Angstlöschung gehen, wie alle Formen des Lernens, mit Gedächtnisprozessen (Konsolidierung und Abruf von Gedächtnisinhalten) einher. Glukokortikoide wie das Stresshormon Cortisol scheinen diese Gedächtnisprozesse zu beeinflussen. So bewirkt eine Glukokortikoidgabe einerseits, dass neue Informationen besser abgespeichert werden und andererseits, dass emotional belegte Gedächtnisinhalte schlechter abgerufen werden.
Das Wissen über spezifische Effekte von Cortisol auf die einzelnen Phasen der Konditionierung und damit assoziierte Gedächtnisprozesse kann dazu beitragen die Effektivität existierender Behandlungsmöglichkeiten von Angststörungen zu steigern. Die Wirkung von Cortisol auf Konditionierungsprozesse beim Menschen ist bisher jedoch erst unzureichend untersucht worden.


