Forschungsschwerpunkte
Entwicklungs- und Persönlichkeitspychologie / Personality and Developmental Psychology
Vertiefungsbereich Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie
Die Forschungsschwerpunkte des Vertiefungsbereiches lassen sich drei Bereichen zuordnen (1) Entwicklungspsychologie, (2) Persönlichkeitspsychologie und (3) angewandte Kognitionsforschung. Die Forschungsprojekte werden vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, dem Forschungsfonds der Universität Basel, Stiftungen, kantonalen und nationalen Direktionen sowie von Auftraggebern der Privatwirtschaft finanziell unterstützt.
1. Entwicklungspsychologie
In einem ersten Forschungsschwerpunkt werden psycho-soziale Entwicklungsrisiken und deren Auswirkung auf den Lebenslauf untersucht. In zwei quasi-experimentellen Längsschnittstudien erhalten fremdsprachige Vorkindergartenkinder mit Migrationserfahrung und Jugendliche aus benachteiligten sozialen Milieus spezifische Interventionen zur Förderung von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz, um Entwicklungsnachteile vor Übertritt in den Kindergarten (Projekt Zweitsprache) respektive vor dem Übertritt in eine Berufslehre (Projekt pc4youth) zu vermindern.
Ein zweiter Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf Entwicklungsdiagnostik. Zusätzlich zu den kognitiven Leistungen eines Kindes werden die psychomotorischen, die sozial-emotionalen, die sprachlichen, die mathematischen und die motivationalen Kompetenzen erfasst. Aus diesen Forschungsarbeiten gingen die im deutschen Sprachraum in der Schulpsychologie und Entwicklungspädiatrie breit eingesetzten Intelligence and Development Scales für Kinder im Alter von 3-5, 5-10 sowie 10-20 Jahren hervor (Projekt IDS).
Ein dritter Forschungsschwerpunkt befasst sich mit den Auswirkungen familiärer Belastungen wie Elternkonflikte und autoritäre Erziehung auf das Befinden und Verhalten von Kindern im Übergang zum Jugendalter. Die Längsschnittstudie berücksichtigt sowohl die kognitive wie emotionale Verarbeitung der Belastungen, berücksichtigt die komplexen Wechselwirkungen innerhalb der Familie, indem sie Angaben von Mutter, Kind und Vater sammelt, und bezieht den Entwicklungskontext der Peergruppe mit ein (Projekt Familienbelastung im Übergang zum Jugendalter).
Ein vierter Forschungsstrang beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel beruflicher und familiärer Entwicklungsprozesse im Erwachsenenalter. Längsschnittlich wird untersucht, (1) ob und wie die Erwerbspläne werdender Eltern und deren nachgeburtliche Realisierung durch individuelle Einstellungen und Ressourcen, berufliche Ziele sowie soziale Modelle beeinflusst werden und (2) unter welchen Bedingungen der Übergang zur Grosselternschaft zu Veränderungswünschen im Bereich der Erwerbsarbeit beiträgt (Projekt Interplay of work and family during transitions).
2. Persönlichkeitspsychologie
Die Persönlichkeitspsychologie fokussiert auf den eine Person charakterisierenden Eigenschaften, welche zu einem konsistenten Muster in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln führen. Enge Beziehungspersonen formen die Muster wesentlich mit. In einem ersten Forschungsschwerpunkt wird auf der Bedeutung enger Beziehungspersonen —Partner sowie Kinder, Eltern, Grosseltern — fokussiert. Es werden längsschnittlich die intradividuellen und dyadischen Verläufe von Persönlichkeitsdimensionen, Ziele sowie subjektivem Wohlbefinden untersucht (Projekt Co-Development in Personality).
In einem zweiten Schwerpunkt wird der Einfluss von prä- und perinatalen Belastungen auf die spätere Persönlichkeitsentwicklung von Kindern erforscht. Ein spezieller Fokus liegt auf dem Zusammenwirken zwischen der Entwicklung des Schlafes und der Selbstregulation (Projekt Early Origins of Self-Regulation and Sleep).
Ein dritter Schwerpunkt befasst sich mit den Konsequenzen des Selbstwertgefühls für die kurz- und langfristige Entwicklung der seelischen Gesundheit. Zudem wird die Entwicklung des Selbstwertgefühls über die Lebensspanne untersucht (Projekt Psychology of Self and Emotion).
3. Angewandte Kognitionsforschung
Die Kognitive Neuropsychologie und Entwicklungsneurologie beschäftigt sich mit kognitions- und entwicklungspsychologischen Fragestellungen aus den Bereichen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Zur Beantwortung der zentralen Fragestellung Wie erbringt das gesunde respektive ein geschädigtes Gehirn seine Leistungen? kommen Verhaltensexperimente, aber auch neurowissenschaftliche Methoden (etwa: fMRI, Diffusions-Tensor-Imaging) zur Anwendung. Die Projekte werden zusammen mit den Bereichen Neurologie und Neuroradiologie des Universitätsspitals sowie der Neuropädiatrie am Universitätskinderspital durchgeführt.
Der zweite Forschungsschwerpunkt, die Mensch-Maschine Interaktion, fokussiert auf ausgewählten Aspekte der Interaktion zwischen Menschen und interaktiven Systemen, insbesondere auf Fragen der Gestaltung der Benutzerschnittstelle (Benutzerfreundlichkeit, Zufriedenheit, aber auch Ästhetik). Methodisch kommen neben klassisch-experimentellen Studien auch Verfahren der Datenerhebung im Internet (Online-Befragungen) oder die Registrierung von Blickbewegungen (Eye-tracking) zur Anwendung.



